Hier blüht uns etwas

Unterwegs in der Cuxhavener Küstenheide

Die Farbe Lila soweit das Auge reicht

„Musst du dir unbedingt anschauen“ so lautete die Empfehlung einer guten Freundin, die sich in Cuxhaven auskennt. Also mache ich mich auf den Weg in Richtung Arensch -Berensch. Ins Navi könnt Ihr eingeben „Hölter Höhe 5“, dann seid Ihr nämlich goldrichtig. Ich hab mein Navi gar nicht eingeschaltet und irgendwie weiß ich plötzlich doch, dass ich richtig bin. Erst zaghaft am Wegesrand aber dann deutlich ins Auge springend sehe ich plötzlich überall das lila Heidekraut, wofür die Lüneburger Heide ja allseits bekannt ist, aber die Gegend um Cuxhaven?

Unbeschreiblich schön und weit diese Landschaft

Jedes Jahr im August bzw. im September ist es wieder soweit: Die Küstenheide blüht auf. Soweit das Auge reicht erscheint die Landschaft wie mit einem lilafarbenen Tuch bedeckt. Strand und Watt haben Cuxhaven bekannt gemacht, die Küstenheide, dieser unglaublich schöne Landstrich, erstreckt sich noch weitgehend unbekannt über 2.200 Hektar zwischen Duhnen und Oxstedt im Süden.

Es gibt einen kleinen Parkplatz, von wo aus ich dann auch direkt gegenüber starte mit meiner Erkundungswanderung.

Am Wegesrand gibt es immer wieder Orientierung

Weite Bereiche der Cuxhavener Küstenheide mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt sind Naturschutzgebiete von internationaler Bedeutung. Über 200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten gibt es in diesem Stück Paradies. Eigentlich brauche ich gar keinen Wegweiser, der Weg ist mein Ziel. Ja, abgedroschen dieses Sprichwort, aber zutreffend. Ich lass mich einfach treiben und genieße die Natur rechts und links um mich herum.

Sogar Pilze habe ich entdeckt
Brombeeren locken zum Naschen direkt vor Ort

Mein Tipp: Plant diesen Ausflug möglichst bald, denn die Heide steht schon in beinahe voller Blüte, insgesamt dauert dieses Naturschauspiel ja nur wenige Wochen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Und noch etwas: Nehmt Proviant, zumindest etwas zu trinken mit. Denn es gibt keinerlei Möglichkeit, irgendwo einzukehren. Ist aber auch ganz gut so, dann bleibt der große Rummel nämlich aus. Wege für Reiter, Fahrradfahrer und Spaziergänger gibt es ausreichend, mir hat eine Streckenangabe gefehlt. In meiner Begeisterung bin ich immer weiter gelaufen und hatte keine Ahnung, wie weit es noch wohin ist. Na ja, ein zufällig des Weges gekommener Bauer hat mich dann in die richtige Richtung gewiesen, ich bin angekommen und kann nur sagen: WUNDERSCHÖN!!

…ach ja

Mit etwas Glück trefft ihr bei eurem Spaziergang durch die Heide auch den Schäfer mit seiner Heidschnuckenherde  an. Deren Aufgabe ist es, die Besenheide zu stärken: Durch das Knabbern an den Trieben fördern die Schafe ihr Wachstum – und sichern damit den Erhalt der rosa-violetten Heideblüte. Mir haben sie sich leider nicht gezeigt, aber ich komme wieder, vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

Ganz besondere Pflanzen wachsen am Wegesrand

Und dann habe ich noch einen Hinweis bekommen: Die vielen Kiefern, die es in diesem Gebiet gibt, liefern auch (mehr oder weniger) zuverlässige Wetteranzeiger. Ja! Die dicken Zapfen öffnen Ihre Lamellen nur bei anhaltend sonnigem und trockenen Wetter, sonst halten sie sie geschlossen. Schaut mal her:

Super Sommerwetter!