Bremerhaven – von oben herab

Blick vom Atlantic Hotel Sail City

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Vielleicht hat man es schon bemerkt, ich bin ein Fan der Seestadt Bremerhaven. An der Mündung der Weser in die Nordsee gelegen hat die Stadt doch schon sehr viel Maritimes. Es gibt so unterschiedliche Aspekte zu besichtigen und zu bestaunen, dass ein Tagesausflug dafür gar nicht ausreichen kann. Ich muss mich glücklicherweise auch nicht darauf beschränken, ich lebe hier, noch nicht sehr lange, aber immerhin.

Eine Übersicht über ganz Bremerhaven und darüber hinaus bekommt man am allerbesten „von oben herab“. Hierfür gibt es vielfältige Möglichkeiten, ich habe mich mal mit dem Rad auf den Weg gemacht und mir drei Aussichtstürme angeschaut. Ich stelle sie mal in der abgefahrenen Reihenfolge vor.

Der Container-Aussichtsturm

Der Container-Aussichtsturm

Der erste Turm, der mir von Einheimischen ans Herz gelegt wird, ist der Container-Aussichtsturm. Der heißt nicht nur so, er ist auch tatsächlich aus mehreren Containern aufeinander gestapelt und mit einer Treppe versehen.

Beim Aufstieg ist mir ein klein wenig mulmig, die Stufen bestehen lediglich aus Stahlgitter, durch das man bis untenhin durchschauen kann. Nicht so richtig mein Geschmack, aber ich reiße mich mal zusammen. Die Plattform befindet sich in bescheidenen 15 Metern Höhe. Aber die Aussicht ist dennoch genial. Beim Blick auf das geschäftige Treiben in der Containerkaje entsteht der Eindruck, „hautnah“ dabei zu sein, so dicht dran ist man dort. Mit etwas Glück erwischt man gerade einen Moment, in dem mit einem Schleppboot einer der riesigen Auto-Frachter aus oder in die Weser gezogen wird. Großes Kino, kann ich nur sagen.

Abendstimmung im Containerhafen

Auch die Abendstimmung im Hafen von dort oben zu genießen ist etwas sehr Besonderes. Infotafeln erläutern das Geschehen rundum. In den Wintermonaten ist der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ach ja, der Eintritt ist übrigens kostenlos.

Das Atlantic Hotel Sail City

Atlantic Hotel Sail City

Ich fahre weiter Richtung Stadt und werde gleich mit einem gewaltigen Anblick erwartet: das Atlantic Hotel Sail City. Von unten betrachtet drängt sich wohl nahezu jedem Besucher der Vergleich mit einem ähnlich aussehenden Gebäude in Dubai auf. Eine verwegene, ungewöhnliche Konstruktion! Um nach oben zu kommen, muss ich mich kein bisschen anstrengen, zumindest bis zur ersten Plattform im 20. Stockwerk führt ein Aufzug in Windeseile auf die 86 Meter Höhe hinauf. Der Rundumblick einerseits auf die Stadt, andrerseits auf das Hafengelände aber auch in die Ferne ist faszinierend. Und wem das noch nicht reicht, der steigt jetzt zu Fuß noch eine Etage höher, nichts für Menschen mit Höhenangst, aber man wird belohnt. Mich packt der Ehrgeiz, jetzt will ich es wissen. Großartig diese Aussicht. Die Menschen unten sind winzig klein und irgendwie unnatürlich zu sehen. Wenn das Wetter mitspielt, kann man ganzjährig hinauf fahren, allerdings ist der Betrieb bei Wind oder gar Sturm kurzfristig eingestellt. Eintritt kostet Euro 4,00, lohnt sich aber definitiv.

Der Radarturm

Der Radarturm

Weiter am Weserdeich entlang erkenne ich schon ganz bald den Radarturm. Von hier aus wird der Schiffsverkehr von Bremen bis raus auf die Weser überwacht. Nein, Radarfunktion hat dieser Turm nicht, dafür sehr viel andre Technik und…..eine voll verglaste und damit Wetter unabhängige Aussichtsplattform in 60 Metern Höhe. Der Blick auf die Stadt wäre schon Grund genug, den Weg nach oben, übrigens mit Fahrstuhl. anzutreten. Aber ich entdecke ein Plakat, auf dem Bremerhaven Touristik mit einem besonderen Angebot wirbt. Zu ausgewählten Terminen kann man sich für eine geführte Tour oben auf der Plattform anmelden. Dabei werden lustige und wissenswerte Geschichten erzählt, ein Gläschen Sekt und ein Fischbuffet angeboten. „Eine Veranstaltung mit Ausblick und Geschmack“ so die Werbung. Während der reguläre Eintritt bescheidene Euro 1,50 beträgt, muss für die Sonderveranstaltung in diesem Jahr Euro 33,00 auf den Tisch gelegt werden. Ich plane mal, daran teilzunehmen, hoffentlich ist das bald wieder möglich.

Nun habe ich die Stadt insgesamt aus drei verschiedenen Perspektiven „von oben herab“ angeschaut. Ich kann gar nicht sagen, von wo aus mir der Blick besser gefallen hat. Meine Empfehlung lautet: Machen Sie sich selbst ein Bild davon. Die unterschiedlichen Aussichten sind schon etwas Besonderes. Ein Tipp von mir noch am Rande: Angesichts der derzeitigen Einschränkungen wird auf keinem der Türme ein Besuch möglich sein. Um sich unnötige Wege zu ersparen, empfiehlt es sich, vorher Erkundigungen einzuholen nach dem Stand der Dinge.